
Motorrad-Reise „Türkei“
[Steve] Eine rote Honda VFR 800 F mit griechischem Kennzeichen legt sich in die Kurve, kehrt um und bremst vor unserem Tisch. Mit einem herzlichen „Hallo“ steigt ein 42-jähriger Biker aus Athen von seiner Maschine und spricht uns auf Englisch an. Er hat unsere eigenen Motorräder entdeckt und wir sind neugierig, woher er kommt und wohin es geht. Er setzt sich zu uns, bestellt sich einen Çai (türk., schwarzer Tee) und beginnt zu erzählen ...
Vor der Kulisse der seldschukischen Karawanserai von Sultan Hani (UNESCO Weltkulturerbe) mitten in der anatolischen Salzsteppe rät er uns, weiter nach Persien in den Iran zu fahren, wo er gerade 6 Wochen Urlaub gemacht hat. Einen Tipp, wo wir dort neue Reifen vorbestellen und eine exzellente Motorradwerkstatt finden werden, hat der Grieche auch gleich für uns parat. Zusammen brechen wir auf ...
Immer weiter in Richtung syrischer Grenze überqueren wir das Taurus-Gebirge auf den Spuren des Dritten Kreuzzuges entlang dem Göksu Nehri (türk., blauer Fluß), dem antiken Saleph, in dem am 10. Juni 1190 der deutsche Kaiser Friedrich Barbarossa elend ertrunken ist. Eine Gedenktafel der deutschen Botschaft aus Ankara erinnert hier daran. Im Schatten einer kleinen Camii (türk., Moschee) hoch über dem Abgrund der sonnendurchglühten Felsschlucht bestellen wir uns einen Ayran (türk., Yoghurt-Getränk) und eine Visne-Su (türk., Kirsch-Wasser). Dann bekommen wir Fladenbrot und Gemüse aufgetischt, das wir gar nicht bestellt hatten. Jetzt ist es also passiert. Die türkische Gastfreundschaft ergreift Besitz von uns. Aber niemand von uns spricht fließend türkisch, und keiner in diesem kleinen Honig-Geschäft mit ein paar Bänken über dem Abgrund kann auch nur ein einziges Wort irgendeiner Fremdsprache. Ich versuche es mit Deutsch, das überall von sehr vielen Türken verstanden wird, mit Englisch, Französisch, Neugriechisch, Italienisch, Händen, Füßen, Bayrisch. Nichts zu machen.
In diesem Moment erklingt eine kräftige, junge Männerstimme vom Minarett herab und singt auf Arabisch sein andächtiges Lied mit Demut und Hingabe, von dem wir nur den Anfang verstehen „Allaaaah hu ak’barrr... Gott ist groß“. In dieser unwirklichen, wunderbaren Stimmung berührt uns der Zauber des Augenblicks und wir hören den gewaltigen Schall des muslimischen Gebetes weit über das schroffe Tal hinweg erschallen, bis sein Echo in der endlosen Ferne des Horizontes leise verebbt.
Plötzlich hält mir ein junger Türke sein Handy ans Ohr. Am anderen Ende ist sein Onkel, der gut Englisch spricht. Die Fladenmalzeit ist also gratis. Wir sind eingeladen. Und ein Flair-Hotel haben wir auch schon für die nächste Nacht. Ein Roller fährt voraus und bringt uns hin.

Auf der Dachterrasse des kleinen Hotels erzählt uns der Inhaber von seinen Motorrad-Siegen in türkischen Meisterschafts-Rennen und zeigt uns stolz seine neue, azurblaue Kawasaki.
Ein wirklich motorradfreundliches Land, diese Türkei ...
Weitere Informationen und Reiseziele unter:
Global Adventure Tours
Salamancastr. 23
D-97084 Würzburg
Homepage: Global Adventure Tours
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